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Mietwagen in Australien ist kein Komfortextra, sondern die einzige Möglichkeit, das meiste von dem zu sehen, weshalb man hierherfliegt. Opera House und Bondi in Sydney, die Gassen Melbournes, das Great Barrier Reef ab Cairns, Uluru mitten im Kontinent, die Weinregionen Tasmaniens — dazwischen liegen Hunderte oder Tausende Kilometer. Innerhalb der Großstädte reicht der ÖPNV; alles andere braucht ein Auto.

Australien ist größer als Europa. Von Sydney nach Perth sind es rund 4.000 km, nach Brisbane 925. Wer das Land kennt, fährt das nicht am Stück: Man fliegt zwischen den Regionen und mietet vor Ort ein eigenes Auto. Landung in Melbourne, Wagen abholen, Great Ocean Road; Flug nach Cairns, neuer Wagen, raus zum Reef.

Gefahren wird links — britisches Erbe. Lenkrad rechts, Blinker und Scheibenwischer getauscht. Die Straßen sind in sehr gutem Zustand, die Beschilderung klar. Aus Frankfurt oder München gibt es keine Direktflüge, üblicherweise Umsteigen in Singapur, Doha oder Dubai — rund 22 Stunden Gesamtreisezeit.

Die Umstellung aufs Lenkrad rechts dauert etwa eine Stunde. Die Umstellung auf vertauschte Blinker und Scheibenwischer deutlich länger — die meisten Fahrer betätigen anfangs den Wischer statt des linken Blinkers.

Buchen Sie kein Auto pauschal für ganz Australien, sondern für eine konkrete Region. Abholung in Sydney für die Blue Mountains, separate Anmietung in Cairns fürs Reef. Dazwischen Inlandsflug, nicht fünf Tage Lenkrad.

Erst die Region planen, dann das Auto. Sydney, Melbourne, Cairns und Perth sind die Basen — für jede gibt es sinnvollerweise eine eigene Anmietung.

AUTOVERMIETUNGEN
  • Dokumente

    Nationaler Führerschein + Reisepass + Kreditkarte; für Führerscheine, die nicht in lateinischer Schrift ausgestellt sind, ist ein Internationaler Führerschein nötig. Mindestens 6 Monate Restgültigkeit nach Rückgabe und 1 Jahr Fahrpraxis. Den deutschen Führerschein ergänzt ein über den ADAC ausgestellter IDP — am selben Tag erhältlich, 3 Jahre gültig.

  • Alter

    Standard ab 21; SUV, 4WD und Premium häufig erst ab 25; der Jungfahrerzuschlag für 21–24-Jährige liegt typischerweise bei 20–30 AUD/Tag.

  • Kaution

    Kartensperrung von 200–1.500 AUD bei Economy, 1.500–3.000 AUD bei SUV/4WD; internationale Ketten akzeptieren ausschließlich Kreditkarten auf den Namen des Fahrers, EC- und Debitkarten nur im Einzelfall und mit höherer Sperrung.

Wohin fahren und planen

Australien ist keine Reise, sondern eine Sammlung regionaler Reisen. Sydney liefert Opera House, Harbour Bridge, Bondi und die Blue Mountains als Tagesausflug. Melbourne ist Ausgangspunkt für die Great Ocean Road zu den Twelve Apostles — 243 km Hinweg, zwei bis drei Übernachtungen.

Cairns ist das Tor zum Great Barrier Reef; das Riff erreicht man per Boot, fürs Daintree und Port Douglas ist ein Auto Pflicht. Autovermietung in Brisbane passt für die Küste Queenslands oder kombiniert mit der Gold Coast — ein Mietwagen an der Gold Coast ist oft 10–15 Prozent günstiger als in Sydney.

Uluru ist ein Sonderfall: zum Ayers Rock Airport (AYQ) fliegen und vor Ort mieten. Perth und Westaustralien sind eine eigene Reise: Margaret River, Pinnacles, im September Wildblumen. Tasmanien wird per Spirit-of-Tasmania-Fähre angebunden — nicht jeder Vermieter erlaubt den Wagen an Bord.

Die Great Ocean Road ist der Punkt, an dem die Hälfte der Besucher den Plan verliert, sobald klar wird, dass es von Melbourne zu den Twelve Apostles drei Stunden pro Richtung sind. Zwei Übernachtungen mindestens.

Uluru erreicht man am besten per Inlandsflug und mit lokaler Anmietung vor Ort. Von Sydney über Land sind es drei Tage durchs Outback mit Tankstellen alle 200–400 km — keine touristische Route.

Wer Outback-Strecken plant, führt 10 Liter Wasser pro Person mit, tankt bei jeder Gelegenheit und lädt Offline-Karten. Zwischen Signalpunkten liegen mitunter 200–400 km.

Maut, Parken und Kraftstoff

Mautabschnitte gibt es in drei Städten. Sydney ist am stärksten bemautet: M2, M5, Cross City Tunnel, Eastern Distributor, WestConnex, NorthConnex. Eine Stadtdurchquerung kostet rund 3–10 AUD. Melbourne hat CityLink und EastLink, Brisbane einige kleinere Mautstrecken. Mietwagen tragen fast immer einen e-Tag — Mautgebühren werden automatisch abgerechnet, plus Bearbeitungsgebühr (meist 3–7 AUD pro Tag mit Mautnutzung).

Parken in der Stadt ist gebührenpflichtig. Sydney CBD kostet 6–8 AUD/Stunde, Melbourne 4–7. Bezahlt wird über Apps wie PayByPhone oder EasyPark. Bordsteinmarkierungen: doppelte gelbe Linie heißt niemals, einfache gelbe Linie erlaubt kurzes Ein- oder Aussteigen, kein Parken.

Kraftstoff ist Standard: Benzin (95) 1,80–2,20 AUD pro Liter, Diesel ähnlich. Im Outback liegen die Preise 30–50 Prozent höher — separat einplanen.

Der e-Tag im Mietwagen ist keine versteckte Gebühr: Sie haben eine Mautstelle passiert, der Vermieter wurde belastet und gibt das mit Bearbeitungsgebühr weiter. Die Abrechnung trifft 2 bis 7 Tage nach der Reise ein.

Lesen Sie die Bordsteinmarkierungen, statt sich an anderen Parkern zu orientieren. Doppelt gelb heißt abgeschleppt und Bußgeld, einfach gelb nur Ein- oder Aussteigen. In der CBD wird das hart kontrolliert.

Im Outback liegen die Tankstellen 200–400 km auseinander, die Preise deutlich höher. Die Regel ist simpel: Wer eine Station sieht, tankt — auch bei halbvollem Tank.

Australien mit Einheimischen

Häufige Fragen

Was kostet ein Mietwagen in Australien?

Economy ab etwa 50–90 AUD/Tag, Kompakt 70–130, SUV 100–200, 4WD 150–300, Campervan ab 100 AUD. Die Preise hängen stark von der Saison ab: Dezember–Februar und Schulferien sind Spitze, in den Nebenmonaten 30–40 Prozent günstiger. Lokale australische Anbieter sind meist günstiger als die internationalen Ketten, dafür mit strengeren Bedingungen im Offroad-Bereich.

Welche Dokumente brauche ich für die Anmietung?

Nationaler Führerschein + Reisepass + Kreditkarte. Ist der Führerschein nicht in englischer Sprache ausgestellt, wird ein Internationaler Führerschein verlangt. Die meisten Ketten fordern mindestens 6 Monate Restgültigkeit nach Rückgabe und 1 Jahr Fahrpraxis. Eine Kreditkarte auf den Namen des Fahrers ist bei internationalen Ketten Pflicht; Debitkarten werden nur teilweise und gegen höhere Kaution akzeptiert.

Brauche ich einen Internationalen Führerschein?

Führerscheine in lateinischer Schrift (Deutschland, EU, USA, UK, Kanada, NZ) werden direkt akzeptiert. Andere Schriften erfordern bei den meisten internationalen Ketten einen IDP. Den IDP stellt in Deutschland der ADAC aus — meist am selben Tag, 3 Jahre gültig. Vor Reiseantritt erledigen, vor Ort wird er nicht ausgestellt.

Brauche ich für Australien ein Working-Holiday-Visum?

Für deutsche Staatsbürger unter 31 Jahren gibt es das Working Holiday Visum (Subclass 462), gültig 12 Monate, Verlängerung auf Antrag möglich. Für reine Touristen reicht das ETA — schnell und günstig online beantragt. Das Working-Holiday-Visum ist nur sinnvoll, wenn ein Aufenthalt mit Gelegenheitsarbeit geplant ist.

Wie alt muss ich für eine Anmietung sein?

Standard 21 mit mindestens 1 Jahr Fahrpraxis. SUV, 4WD und Premium meist ab 25. Der Jungfahrerzuschlag für 21–24-Jährige liegt typischerweise bei 20–30 AUD/Tag. Einzelne Anbieter vermieten formal ab 18, allerdings mit deutlich strengeren Bedingungen und höherer Selbstbeteiligung.

Wie hoch ist die Kaution?

Kartensperrung von 200–1.500 AUD bei Economy, 1.500–3.000 AUD bei SUV und 4WD. Üblicherweise innerhalb von 2 bis 14 Tagen nach Rückgabe wieder freigegeben. Internationale Ketten akzeptieren nur Kreditkarten auf den Namen des Fahrers; Debitkarten sind Einzelfallentscheidung und gegen höhere Sperrsumme.

Funktionieren deutsche Visa- und Mastercards?

Ja. Kreditkarten deutscher Banken (Visa, Mastercard) funktionieren in Australien ohne Einschränkung — sowohl für die Kaution als auch für Zahlungen. Die Sanktionen betreffen ausschließlich in Russland ausgestellte Karten; deutsche oder andere EU-Karten sind davon nicht betroffen.

Wie hoch ist die Promillegrenze?

0,05 — niedriger als die in Deutschland gewohnten 0,5. Für Fahrer unter 25, Fahrschüler und Inhaber einer Provisional Licence gilt 0,0, unabhängig von der Erfahrung im Heimatland. Random Breath Tests finden ohne Anlass zu jeder Uhrzeit statt. Die Bußgelder sind erheblich, ein temporäres Fahrverbot im Land ist möglich.

Welche Tempolimits gelten?

In den meisten Bundesstaaten: 50 km/h in der Stadt, 40 in Wohn- und Schulzonen, 100 auf Landstraßen, 110 auf Autobahnen. Ausnahme ist der Stuart Highway im Northern Territory mit 130 km/h auf bestimmten Abschnitten. Die Limits unterscheiden sich nach Bundesstaat — beim Grenzwechsel lohnt sich ein Blick auf die Schilder.

Welche Kindersitzregeln gelten?

Streng nach Alter: unter 6 Monate — rückwärtsgerichtet, 6 Monate bis 4 Jahre — Kindersitz (vor- oder rückwärtsgerichtet), 4 bis 7 Jahre — Sitzerhöhung. Kinder unter 7 dürfen vorne nur sitzen, wenn die Rückbank voll belegt ist. Sitze werden über den Vermieter gebucht, 10–15 AUD pro Tag.

Deckt die Versicherung eine Känguru-Kollision?

Meist nicht. Die Vollkasko und sogar die Selbstbehalt-Reduzierung schließen Tierschäden häufig aus. Erforderlich ist eine separate Option für Wildtier- oder Animal-Strike-Schäden — oder ein Anbieter, dessen Vollkasko-Paket sie bereits einschließt. Besonders relevant außerhalb der Städte in der Morgen- und Abenddämmerung.

Wie funktioniert die Maut in Sydney und Melbourne?

Mietwagen tragen einen e-Tag, einen elektronischen Transponder, und die Maut wird automatisch abgerechnet. Nach Rückgabe stellt der Vermieter den Mautbetrag plus Bearbeitungsgebühr in Rechnung (meist 3–7 AUD pro Tag mit Mautnutzung). Eine Stadtdurchquerung in Sydney kostet rund 3–10 AUD Maut.

Kann ich das Auto in einer Stadt abholen und in einer anderen abgeben?

Zwischen Großstädten ja, mit Zuschlag 100–500 AUD je nach Entfernung. Sydney–Melbourne und Brisbane–Sydney sind Standardstrecken und problemlos buchbar. Sehr lange Strecken wie Perth–Sydney sind häufig nicht verfügbar oder unverhältnismäßig teuer; meist günstiger, das Auto zurückzugeben und zu fliegen.

Brauche ich ein Visum für Australien?

Ja, visafreie Einreise gibt es nicht. Für deutsche Staatsbürger ist das ETA online der schnellste Weg — wenige Minuten, geringe Gebühr. Andere Nationalitäten beantragen ein Touristenvisum über das Visazentrum oder online. Die aktuellen Bedingungen rund zwei Monate vor Reisebeginn prüfen.

Lohnt sich ein Mietwagen in Australien überhaupt?

Es hängt von der Route ab. Reine CBD-Aufenthalte in Sydney und Melbourne lassen sich mit ÖPNV bewältigen. Sobald Great Ocean Road, Blue Mountains, Daintree, Whitsundays, Margaret River, Tasmanien oder das Outback im Plan stehen, sind die meisten dieser Szenarien ohne eigenen Wagen schlicht nicht umsetzbar.

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