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Mietwagen in Jordanien sind die einfachste Art, das Land im eigenen Tempo zu erleben. Die Entfernungen sind überschaubar, die Höhepunkte verteilen sich aber diagonal: Amman im Norden, Jerash etwas weiter nördlich, das Tote Meer im Westen, Petra in der Mitte, Wadi Rum und Akaba ganz im Süden am Roten Meer. Der Desert Highway verbindet sie alle — eine breite, ebene Straße, auf der Kompaktwagen genauso entspannt unterwegs sind wie Familien-Vans.
Eine Sache vorab: Mit dem Mietwagen kommt man nicht in das Wadi-Rum-Reservat hinein. Hinter dem Visitor Centre oder Wadi Rum Village fahren ausschließlich Beduinen-Pickups mit lokalem Guide. Zu allen anderen Highlights — Petra, Jerash, Totes Meer, Ajloun — führt einwandfreier Asphalt, und ein normaler PKW reicht völlig.
Ein Paar landete Anfang März in Queen Alia, unterschrieb den Vertrag direkt am Ankunftsausgang und war auf dem Desert Highway, bevor die Schlange bei den großen Ketten überhaupt vorgerückt war.
Die meisten Reisen starten daher so: in Queen Alia landen, das Auto übernehmen, raus aus der Stadt und auf der offenen Straße den Rhythmus finden.
Die klassische Route
Neun von zehn Selbstfahrer-Reisen in Jordanien folgen derselben Linie. Aus Amman geht es auf dem Desert Highway nach Petra — rund 240 Kilometer und dreieinhalb Stunden entspannte Fahrt. Von Petra nach Wadi Rum Village sind es weitere zwei Stunden. Von dort nach Akaba eine Stunde auf flachem Asphalt, und das Rote Meer liegt schon am Horizont.
Die alternative King's Highway windet sich durch Karak, Shobak und Schluchten. Üblicherweise nimmt man sie auf dem Rückweg, falls ein zusätzlicher Tag eingeplant ist. Schön, aber langsam — ein voller Tageslicht-Tag ist Pflicht. Der zweite populäre Abstecher ist das Tote Meer ab Amman, knapp eine Stunde in jede Richtung; die Höhe von 430 Metern unter dem Meeresspiegel spürt man mehr in den Ohren als im Motor.
Eine vierköpfige Familie fuhr im Oktober den ganzen Bogen in sechs Tagen. Petra im Morgengrauen, Jeep-Tour in Wadi Rum, zwei Nächte in Akaba, Rückgabe am Flughafen. Die Reisebus-Variante hätte drei Tage länger gedauert.
In der Praxis ist der Desert Highway eine ebene Autobahn mit Tankstellen, Cafés, klaren Markierungen und beschilderten Ausfahrten — einfacher als in mancher europäischen Hauptstadt. Viele planen eine Einwegmiete: Übernahme in Amman, Rückgabe in Akaba, Weiterflug von dort. Die Einwegmiete kostet meist 30–80 USD und rechnet sich fast immer durch die eingesparte Zeit.
Die meisten Touristen in Jordanien beginnen ihre Reise hier
Welches Auto, welcher Preis
Für die klassische Route reicht eine normale Limousine oder ein kompakter Crossover. Economy — Hyundai Accent, Kia Picanto, Toyota Yaris — beginnt bei 25–45 USD pro Tag. Mittelklasse mit Automatik liegt bei 40–70. Ein Voll-SUV bei 70–120. Ein echter 4×4 (Pajero, Land Cruiser) startet bei 90–150, lohnt sich aber nur für Dana, Mujib oder Übernachtungen abseits der Hauptstrecken.
Die Sache mit Jordanien: Sämtliche Top-Attraktionen liegen auf Asphalt — Petra, Jerash, Totes Meer, Ajloun. Und Wadi Rum fährt man ohnehin mit dem beduinischen Jeep, ein 4×4-Mietwagen bringt dort also nichts.
Reisende zahlen oft für einen SUV drauf, weil sie das Wort Wüste hören. 95 % der Strecke sind asphaltiert, und die restlichen 5 % deckt der lokale Guide mit seinem eigenen 4×4 ab.
Automatik kostet 5–10 USD pro Tag mehr als Schaltgetriebe und ist als Erstes ausgebucht. Wer eine braucht, sollte zwei Wochen im Voraus buchen — drei zwischen März und Mai.
Die Saison ist sanft, aber im Preis sichtbar. Hochsaison ist März–Mai und September–November — dann ein bis zwei Monate im Voraus buchen. Juli–August bringt 40 °C, weniger Verkehr und freundlichere Preise. Dezember–Februar ist mild am Tag mit kühlen Wüstennächten; ein paar Wochen Vorlauf reichen meistens.
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Sofortbuchung
Du wählst ein konkretes Fahrzeug mit echten Fotos und bestätigst es direkt, ohne auf eine Verfügbarkeitsprüfung zu warten.
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Direkter Chat mit dem Anbieter
Schreib dem Fahrzeughalter vor der Anreise und kläre Übergabe, Kaution und mögliche Extras.
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Kostenlose Stornierung bis 7 Tage
Pläne ändern sich, und Umbuchen ohne Geldverlust sollte selbstverständlich sein.
Dokumente und Jordan Pass
Dokumente
Du brauchst den nationalen Führerschein, den Reisepass und eine Kreditkarte auf den Namen des Fahrers. Der deutsche EU-Führerschein im Kartenformat wird bei den meisten Vermietungen allein akzeptiert. Trotzdem empfehlen wir den Internationalen Führerschein (IFP): Kontrollpunkte fragen häufiger danach, und ohne IFP kann der Versicherungsschutz wegfallen.
Führerscheine in nicht-lateinischer Schrift — Kyrillisch, Griechisch, Arabisch — brauchen wirklich einen IFP. Keine Formalität: am Kontrollpunkt wird man sonst zurückgeschickt.
Alter
Standard 21 Jahre mit einem Jahr Fahrpraxis. SUV und Premium meist ab 25; Luxusfahrzeuge 25–30 mit zwei bis drei Jahren Erfahrung. Fahrer unter 25 zahlen eine moderate Young-Driver-Gebühr, sichtbar im Buchungsrechner.
Den IFP gibt es beim ADAC oder Bürgerbüro innerhalb eines Tages. Einer der kleinsten und zugleich praktischsten Posten der Reise.
Jordan Pass
Das ist der größte praktische Tipp des Landes. Der Pass kostet 70–80 JOD, deckt Petra, Wadi Rum, Jerash und rund vierzig weitere Stätten ab und enthält bei Aufenthalten ab drei Nächten das Touristenvisum. Sonst kommen 40 JOD Visum plus Einzeltickets hinzu. Auf jordanpass.jo vor dem Abflug kaufen.
Kauf den Pass vor dem Boarding. Der Grenzbeamte scannt den Voucher direkt vom Telefon — Papierausdrucke sind nicht nötig.
Geld, Kaution, Versicherung
Versicherung
Die Haftpflichtversicherung ist gesetzlich im Mietpreis enthalten. Eine Basis-Vollkasko mit Selbstbeteiligung 500–1500 USD ist fast immer ebenfalls dabei — jeder Kratzer wird bis zu diesem Betrag von der Kaution einbehalten. Vollkasko ohne Selbstbeteiligung kostet 5–15 USD pro Tag extra. Empfehlenswert vor allem bei mehreren Fahrern.
Ein Paar verzichtete im April auf die Super-Vollkasko und fing dann einen Stein auf der King's Highway. Die Windschutzscheibe war nicht abgedeckt. Die Reparatur kostete fast die Hälfte der Miete.
Oft übersehen: Standardversicherungen decken kein Offroad. Sand im Wadi Rum, Schotter in Dana — Schäden dort gehen aus der eigenen Tasche.
Kaution
Auf der Kreditkarte wird ein Betrag geblockt: 300–500 USD für Economy, 500–800 für Mittelklasse und SUV, 1000+ für Premium. Die Sperre wird ein bis zwei Wochen nach Rückgabe aufgehoben. Manche lokale Anbieter akzeptieren auch eine Barkaution — meist derselbe Betrag.
Wir zeigen Kautionsmethode und Höhe auf der Fahrzeugseite an, bevor du buchst. Der Betrag im Warenkorb ist derselbe wie an der Theke.
Versteckte Gebühren
Eine seriöse Vermietung weist sie offen aus: Flughafenzuschlag 5–10 %, Zweitfahrer 5–10 USD pro Tag, Kindersitz, GPS, Übernahme außerhalb der Öffnungszeiten, verspätete Rückgabe. Die einzige Falle ist «Pre-pay full» bei Discountern — voller Tank bezahlt, fast leer abgegeben.
Bitte den Anbieter vor der Übernahme um einen Mustervertrag. Ein seriöser Operator schickt das PDF im Chat — Kaution, Selbstbeteiligung, Kilometer, alles an einem Ort.
Es geht darum, die Zahlen schon vor dem Schalter zu kennen — nicht erst dort.
Regeln, Bußgelder, Kontrollen
Tempolimits und Bußgelder
In der Stadt 60 km/h, auf Landstraßen 80, auf dem Desert Highway und King's Highway bis 120. Blitzer und Streifen sind besonders auf dem Weg nach Akaba häufig. Die Promillegrenze beträgt 0,0 ‰ — Jordanien ist ein muslimisches Land und die Kontrolle ist streng.
Blitzer-Bußgelder gehen an die Vermietung, die sie mit einer Servicegebühr von der Kaution abzieht. Ein Polizist nimmt Bargeld, stellt aber immer eine offizielle Quittung aus. Keine Quittung, kein Bußgeld.
Polizeikontrollen
Kontrollpunkte sind auf dem Desert Highway und bei der Anfahrt nach Petra und Akaba häufig. Für Touristen dauert es eine Minute: Pass, Führerschein, IFP und eine ruhige Antwort, wohin man fährt. Keine Grobheit, keine Gebühren vor Ort.
Bleib ruhig, einfaches Englisch. „Tourist, going to Petra" plus Papiere reicht. Ohne IFP zieht sich das Gespräch hin.
Treibstoff und Parken
Benzin 90 Oktan kostet etwa 0,95–1,10 JOD pro Liter, Diesel ähnlich. Tankstellen am Desert Highway sind regelmäßig, vor Wadi Rum solltest du in Akaba oder Wadi Musa volltanken. Die meisten Anbieter arbeiten Full-to-full — Tankanzeige bei Übernahme und Rückgabe fotografieren.
Innenstadt-Parken in Amman ist gebührenpflichtig (~0,5 JOD/Std.), Hotels meist kostenlos. Petra hat freies Parken am Visitor Centre in Wadi Musa.
In Amman selbst steigt man am besten gar nicht ins Auto: Taxis und Uber sind günstig und schonen die Nerven. Die meisten übernehmen erst beim Verlassen der Stadt.
Die Tarife in Jordanien variieren je nach Saison und Mietdauer.
- Januar
- Februar
- März
- April
- Mai
- Juni
- Juli
- August
- September
- Oktober
- November
- Dezember
- Jan
- Februar
- März
- Apr.
- Mai
- Jun
- Jul
- Aug
- Sep
- Okt.
- Nov.
- Dez.
FAQ
Economy 25–45 USD, Mittelklasse 40–70, SUV 70–120, voller 4×4 90–150. Preise folgen der Saison: hoch im März–Mai und September–November, ruhiger im Juli und August. Buchung ein bis zwei Monate vorab gewinnt in der Hochsaison meist preislich.
Auf der Kreditkarte werden 300–800 USD geblockt: 300–500 für Economy, 500–800 für SUV, 1000+ für Premium. Freigabe ein bis zwei Wochen nach Rückgabe. Einige lokale Anbieter akzeptieren auch eine Barkaution, meist in derselben Höhe.
Bei internationalen Ketten nein — eine Kreditkarte auf den Namen des Fahrers ist Pflicht. Einige lokale Anbieter akzeptieren Bargeld für Miete und Kaution; diese Option ist auf der Fahrzeugseite vor der Buchung sichtbar.
Für nicht-lateinische Führerscheine (Kyrillisch, Griechisch, Arabisch) — ja, Pflicht. EU-, UK- und US-Führerscheine sind formal optional, wir empfehlen den IFP trotzdem: Kontrollpunkte prüfen häufig, und ohne IFP kann der Versicherungsschutz wegfallen.
Eine Karte für 70–80 JOD, die über 40 Stätten umfasst — Petra, Wadi Rum, Jerash, Ajloun — und bei Aufenthalten ab drei Nächten das Touristenvisum inkludiert. Rentiert sich schon nach zwei Stätten. Online auf jordanpass.jo vor dem Abflug erhältlich.
Standard ist 21 mit einem Jahr Fahrpraxis. SUV und Premium ab 25; Luxusfahrzeuge bei 25–30 mit zwei bis drei Jahren Erfahrung. Unter 25 fällt eine Young-Driver-Gebühr an, im Buchungsrechner sichtbar.
Nein. Man kann bis zum Visitor Centre oder Wadi Rum Village fahren — dahinter geht es nur mit einem Beduinen-Pickup und Guide. Parken am Tor ist kostenfrei, die Tour im Reservat wird separat beim lokalen Anbieter gebucht.
Für die meisten Reisenden nein. Petra, Wadi Rum, Totes Meer, Jerash und Ajloun liegen alle auf Asphalt. Ein 4×4 ist nur sinnvoll für Selbstfahrer-Touren nach Dana oder Mujib — und auch nur mit Offroad-Erfahrung.
Nein. Die Standard-Vollkasko schließt Offroad, Sand und unbefestigte Wege aus — auch Wadi Rum und Dana. Jeder Schaden abseits des Asphalts wird selbst getragen, deshalb übernehmen die geführten Beduinen-Pickups das Reservat.
In der Praxis nein. Mietverträge in Jordanien erlauben keine Grenzübertritte nach Israel, Palästina oder Saudi-Arabien. Ägypten ist gelegentlich per Fähre auf besondere Vereinbarung möglich. In den meisten Fällen mietet man auf der anderen Seite neu.
Ein Beamter am Straßenrand stellt eine Papierquittung aus und nimmt Bargeld; ohne Quittung nicht zahlen. Blitzer-Bußgelder gehen an die Vermietung und werden mit einer Verwaltungsgebühr von der Kaution abgezogen. Am Kontrollpunkt reichen Pass, Führerschein und IFP.
Ja. Aus Amman etwa eine Stunde auf asphaltierter Strecke — der Dead Sea Highway. Die Abfahrt ist steil, die Straße aber gut. Eine Standardlimousine reicht, Diesel ist nicht nötig. Strandanlagen verlangen oft Parkgebühren.
Kostenlos am Petra Visitor Centre in Wadi Musa — der offizielle Hauptparkplatz. Hotels und Restaurants in der Nähe sind kostenpflichtig. Vom Parkplatz zum Schatzhaus sind es etwa 25 Minuten bergab zu Fuß; den Rückweg machen viele auf einem Pferd oder Golfcart.
Ein bis zwei Monate vorab in der Hochsaison (März–Mai, September–November). In der Nebensaison reichen meist zwei bis drei Wochen. Automatikgetriebe sind als Erstes ausverkauft — die bitte früher buchen.
Bei Trips unter vier Tagen, dichten Routen (Amman–Petra–Wadi Rum in drei Tagen) oder Reisenden ohne eigenen Führerschein — ein Wagen mit Fahrer ist oft preislich vergleichbar und entfernt jede Variable. Limousine mit Fahrer 80–150 USD pro Tag; SUV 120–200.