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Mietwagen in Island verwandeln einen Urlaub aus Bustouren in eine richtige Reise — Wasserfälle, schwarze Strände, heiße Quellen und Bergstraßen, die kein Reisebus erreicht. Und wenn doch einer hinkommt, fährt er nach einem Plan, der das isländische Wetter höflich ignoriert.
Von Deutschland aus ist die Insel heute schneller erreicht, als viele denken: Icelandair, Lufthansa, Condor und Eurowings fliegen regelmäßig aus Frankfurt, München, Hamburg, Düsseldorf und Berlin nach Keflavík (KEF), Flugzeit rund vier Stunden. Wagen übernehmen, einsteigen, losfahren — ohne auf einen Shuttle zu warten.
Die meisten Touristen entscheiden sich für eines von zwei Szenarien: Gruppentouren mit fünf Aussichtspunkten in einer Woche, oder Steuer in der Hand und in derselben Zeit das halbe Land. Die zweite Variante ist zu zweit oder zu viert meist günstiger und deutlich spannender.
Busse auf Island haben einen Fahrplan. Das Wetter nicht. Ein Auto ist die einzige Möglichkeit, den Tag umzustellen, wenn morgens unerwartet die Sicht auf die Gletscherlagune frei wird.
Ein Paar aus München plante drei Tage Anfang August. Am Morgen des zweiten verlängerten sie die Anmietung und fuhren Richtung Osten nach Höfn. Die Ring Road wirkt so auf alle.
Weiter unten: was das wirklich kostet, wie die isländische Versicherung funktioniert, welches Auto wirklich gebraucht wird und wohin du damit fährst.
Was es kostet
Die Preise schwanken stark mit der Saison. In der Hochsaison (Juni–August) liegt ein Kleinwagen (2WD) bei 60–90 € pro Tag, ein 4×4 bei 150–230 €, ein Premium-SUV ab 280 €. In den Übergangsmonaten (Mai und September) gibt es dieselben Autos für 30–60 € beziehungsweise 100–160 €. Im Winter (November–März) sinkt der Kleinwagen auf bis zu 25 € pro Tag — mit dem Hinweis, dass du nicht für die Sonne kommst.
Die Buchungsregel ist einfach: je früher, desto besser. Sommermietwagen sind 3–6 Monate im Voraus weg, die Preise verdoppeln oder verdreifachen sich zwischen Januar und Juli. Für den Winter reichen ein bis anderthalb Monate.
Die klügsten Monate für Island sind Mai und der frühe September. Die Massen sind weg, die Preise fallen, das Wetter ist milder und fast alle Straßen sind geöffnet.
Eine Familie aus Hamburg landete im Juni ohne Buchung in Keflavík. Sie fuhren mit einem Dacia Duster für 240 € pro Tag los — dreimal so viel wie derselbe Wagen im Februar.
Zwei Posten überraschen Erstbesucher: Treibstoff (rund 2 € pro Liter, voller Tank 85–110 €) und Versicherungen. Ohne ein vernünftiges Paket kann der Unterschied zwischen einem schönen Urlaub und einer fünfstelligen Rechnung bei Rückgabe an einem einzigen Steinschlag hängen. Dazu gleich mehr.
Die meisten Touristen in Island beginnen ihre Reise hier
Versicherungen, klar erklärt
Island hat seine eigene Versicherungslogik. Haftpflicht ist in jeder Anmietung enthalten — das gesetzliche Minimum. CDW schützt das Auto selbst, allerdings mit einer Selbstbeteiligung von 1700–2500 €: diesen Betrag trägst du im Schadensfall. SCDW reduziert sie auf 350–1000 €. Zero Excess hebt sie ganz auf und verzichtet meist auf die Kautionssperre — die entspannteste Variante für den Urlaub.
Darauf legen isländische Anbieter zwei lokale Extras: Gravel Protection (GP) und Sand and Ash Protection (SAAP). GP deckt Steinschläge an Scheibe, Scheinwerfern und Lack — wird praktisch immer genommen, denn mehr als die Hälfte der isländischen Straßen sind Schotter. SAAP schützt vor Vulkanasche und Sandstürmen — entscheidend an der Südküste von Februar bis April.
Ein Gast nahm im März bei Vík nur das einfache CDW auf einem Yaris. Zwischen Skógafoss und Reynisfjara flog ein Stein hoch, die Scheibe riss diagonal. Die Reparatur kam an den Mietpreis heran.
Zero Excess auf Island ist kein Werbespruch. Es ist der Unterschied zwischen ruhigem Schlaf im Hotel und Banking-App-Checken um zwei Uhr morgens, während ein Sandsturm an den Fenstern rüttelt.
Drei Dinge deckt keine Versicherung: Flussdurchfahrten, Schäden am Unterboden durch Steine und Türen, die der Wind ausgerissen hat. Mehr dazu unten.
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Echte Bewertungen für jedes einzelne Auto
Du siehst Bewertungen genau des Wagens, den du buchst, nicht den Durchschnitt der Firma.
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Klare Bedingungen ohne Kleingedrucktes
Kautionshöhe und Zahlungsart sind vor der Buchung sichtbar, ohne Überraschung am Schalter.
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Direkter Kontakt zum Anbieter
Nachricht vor der Reise und Treffen nach Flugnummer in Keflavík, ohne Wartezeit am Shuttle.
Auf Islands Straßen
Ring Road
Die Ring Road (Route 1) ist eine 1332 km lange Asphaltschleife, ganzjährig offen. Sie führt zur Südküste, zu Jökulsárlón und zu den meisten Wasserfällen — ohne ein Schotterstück.
Die Ring Road ist nicht beängstigend. Die Straße selbst ist in Ordnung — es sind Wind und Sicht, die Leute überraschen. Schau morgens beim Kaffee auf road.is, das dauert dreißig Sekunden.
F-Straßen
F-Straßen sind Schotterpisten im Hochland, mit dem Buchstaben F markiert. Das Gesetz erlaubt nur registrierte 4×4; ein 2WD macht die Versicherung sofort ungültig. Geöffnet Mitte Juni bis Anfang September. Es ist kein Offroad im sportlichen Sinn — Schotterpisten, wo man gelegentlich einen Bach durchqueren muss. Aber ohne 4×4 und Erfahrung fängt man hier nicht an.
Winterreifen
Vom 1. November bis 14. April schreibt das Gesetz Winter- oder Spikereifen vor — seriöse Anbieter montieren sie automatisch. Spikes sind hier legal. Winter auf Island ist kein klassisches Eisfeld, sondern Wetter, das sich stündlich ändert. Nicht hetzen, vor jeder Etappe die Vorhersage prüfen — das reicht.
Wind und Türen
Eine im Wind geöffnete Tür kann aus den Angeln gerissen werden, die meisten Policen decken das nicht. Tür festhalten, Nase gegen den Wind parken, nie beide gleichzeitig öffnen.
Ein Gast bei Skaftafell parkte quer für ein Foto, fünf Minuten. Die Fahrertür ging mit einer einzigen Bö über das Scharnier. 2000 € Reparatur, keinen Cent von der Versicherung.
Alte Inselgewohnheit: Nase in den Wind, ruhig aussteigen. Fünf Sekunden Vorsicht ersparen eine ernsthafte Rechnung.
Dokumente und Zahlung
Alter und Führerschein
Mindestalter 20 Jahre mit einem Jahr Fahrerfahrung. 4×4 meist 23, Premium-SUV 25. Keine obere Altersgrenze bei den meisten Anbietern. Der deutsche Führerschein wird ohne internationalen anerkannt — Island akzeptiert alle EU/EWR-Führerscheine.
Nimm deinen deutschen Führerschein mit — und wenn du einen internationalen hast, ruhig auch den. Am Schalter dauert das fünf Sekunden und spart im Streitfall eine Stunde.
Kaution und Zahlung
Jeder Anbieter verlangt eine Kreditkarte auf den Hauptfahrer. Kautionssperre 1700–2300 €, Freigabe 2–14 Tage nach Rückgabe. Bei Zero Excess entfällt sie meist. Deutsche Visa- und Mastercard-Kreditkarten funktionieren normal. Die girocard wird auf Island nicht akzeptiert. TakeCars akzeptiert jede Karte für die Vorauszahlung; falls vor Ort eine separate Kautionssperre nötig ist, zeigen wir Höhe und Verfahren im Voraus.
Treibstoff
Standard ist full-to-full. Ein Liter Super 95 kostet rund 2 €, ein voller Tank 85–110 €. Tankstellen sind Selbstbedienung, Säulen verlangen PIN — prüfe vorab, ob deine Karte Chip-and-PIN unterstützt.
Flughafen oder Stadt
Die meisten holen den Wagen in Keflavík ab. Mietwagen am Flughafen Keflavík heißt: Minuten nach der Landung am Steuer. Mietwagen in Reykjavík ist die ruhigere Alternative bei Nachtflügen, oft günstiger als am Flughafen.
Wohin fahren
Goldener Kreis — 1 Tag
Die klassische Kurztour. Þingvellir, der Geysir Strokkur und der Wasserfall Gullfoss. Rund 250 km Asphalt, an einem Tag zu schaffen. Nicht das Spektakulärste, was Island bietet, aber kompakt, ganzjährig und 2WD-tauglich — ideal für einen Zwischenstopp oder Kurztrip.
Südküste — 2–3 Tage
Die beliebteste Strecke nach dem Goldenen Kreis. Seljalandsfoss, Skógafoss, Reynisfjara und Jökulsárlón. Von Reykjavík 370 km einfache Strecke, Asphalt, ganzjährig.
Ein Paar mit vier Tagen fragte, wohin. Süden. Fünf Wasserfälle, schwarzer Strand, Gletscher und treibende Eisberge in einer Tour — sie kamen mit dem Gefühl zurück, Tag drei sei ein anderes Land gewesen als Tag eins.
Ganze Ring Road — 7–10 Tage
Die komplette Schleife, 1332 km plus Abstecher. Am siebten Tag öffnet sich Island: Ostfjorde, Höfe im Norden, Walküste bei Húsavík. Ein Kleinwagen reicht; im Sommer gönnen sich viele einen kleinen SUV. Eine Woche ist zackig, zehn Tage sind entspannt — mit Zeit für Seitentäler und heiße Quellen. Weniger als sieben Tage sind keine Schleife, sondern Süden und zurück.
Westfjorde — Sommer, 4×4
Der stillste Winkel Islands. Manche Abschnitte asphaltiert, viel Schotter, einige Innenstrecken im Winter gesperrt. Geöffnet Mitte Juni bis Mitte September.
Ein Gast verbrachte im Juli fünf Tage in den Westfjorden und sah in den ersten zwei Stunden jedes Morgens kein anderes Auto. Schafe auf der Straße schlugen Menschen klar — kein Stilmittel.
Tempo einplanen: Distanzen wirken auf der Karte klein und ziehen sich auf der Straße, und die meisten Tankstellen westlich von Ísafjörður schließen gegen sechs.
Die Tarife in Island variieren je nach Saison und Mietdauer.
- Januar
- Februar
- März
- April
- Mai
- Juni
- Juli
- August
- September
- Oktober
- November
- Dezember
- Jan
- Februar
- März
- Apr.
- Mai
- Jun
- Jul
- Aug
- Sep
- Okt.
- Nov.
- Dez.
Häufige Fragen
Selbst Zero Excess deckt drei Dinge nicht: Flussdurchfahrten (ein gefluteter Motor entspricht dem vollen Fahrzeugwert), Unterbodenschäden durch Steine und Türen, die der Wind ausgerissen hat. Ohne Erfahrung nicht auf F-Straßen abbiegen, auf Schotter nicht rasen, die Tür immer mit der Hand festhalten.
F-Straßen öffnen Mitte Juni bis Anfang September; die Termine hängen von der Schneeschmelze ab und werden auf road.is veröffentlicht. Per Gesetz dürfen nur registrierte 4×4-Fahrzeuge auf F-Straßen. Ein 2WD darauf macht die Versicherung sofort ungültig und ergänzt ein Bußgeld zur Reparatur.
Böen über 50 km/h sind hier Routine. Quer geparkt und Tür geöffnet — der Wind reißt sie aus den Angeln. Nase im Wind öffnet die Tür gegen den Luftstrom und bleibt heil. Die meisten Policen decken Windschäden nicht, eine Türreparatur kostet 1500–2000 €.
Eine 360°-Umrundung mit Datum und Uhrzeit im Bild, dazu Nahaufnahmen jeder Kratzer, Delle, Steinschläge, der Scheiben, Felgen, Stoßstangen und der sichtbaren Unterbodenteile. Jedes Auto auf isländischem Schotter hat Spuren — ohne Video geht jede Diskussion bei der Rückgabe nicht zu deinen Gunsten aus.
Technisch ja, rechtlich auf eigene Gefahr. Keine Versicherung deckt Wasserschäden, und ein gefluteter Motor entspricht dem vollen Fahrzeugwert (leicht 25 000 € und mehr). Wer das erste Mal ins Hochland fährt, sollte Flussdurchfahrten mit Guide machen oder ganz umgehen.
SAAP ist besonders sinnvoll von Februar bis April, vor allem an der Südküste — Vík, Mýrdalssandur und die umliegenden Ebenen. In der Sturmsaison kann Sand den Lack in einer halben Stunde bis aufs Blech freilegen. Der Zusatz kostet wenige Euro pro Tag; neuer Lack ohne SAAP kostet 5000–13 000 €.
Ja, wenn du langsam fährst und road.is vor jeder Etappe prüfst. Winter- oder Spikereifen sind vom 1. November bis 14. April Pflicht. 4×4 gibt mehr Sicherheit auf Eis und Wind, aber auch ein Kleinwagen schafft es — es ist eine Frage des Tempos und des Wetters, nicht des Blechs.
road.is — die offizielle Seite der isländischen Straßenbehörde, live aktualisiert: Sperrungen, Eis, Status der F-Straßen. Außerdem safetravel.is für das Wetter und vedur.is für die Windvorhersage. Von Oktober bis Mai ist die Prüfung vor jeder Fahrt Norm, nicht Paranoia.
Fast nie. Island ist einer der strengsten Credit-only-Märkte — sowohl internationale als auch die meisten lokalen Anbieter verlangen eine Kreditkarte auf den Namen des Fahrers. Manche kleinere Firmen akzeptieren Debit mit Vorauszahlung und höherer Bar-Kaution, aber das ist die Ausnahme.
Nein. Wildes Übernachten in Auto und Wohnmobil ist seit 2015 verboten. Schlafen ist nur auf ausgewiesenen Campingplätzen erlaubt — etwa 150 im Land, eine Nacht kostet 15–25 €. Schlafen an Aussichtspunkten oder Haltebuchten wird mit Bußgeld geahndet, Kontrollen sind häufig.
Die Einwegmiete-Gebühr Reykjavík–Akureyri liegt bei 180–370 €, je nach Anbieter und Saison. Das ist die einzige breit verfügbare Einwegstrecke; andere Richtungen sind selten und teuer. Die meisten Reisenden fahren die Schleife und geben den Wagen wieder am Startpunkt ab.
Für Reykjavík und den Goldenen Kreis — ja, das Ladenetz reicht. Für die Ostküste oder den Winter ist ein Verbrenner besser: Ladestationen sind verstreut, in Kälte sinkt die Reichweite um 30 Prozent oder mehr, und im Sturm erreicht man die nächste Station vielleicht nicht. Plane sehr genau.
Diesel ist meist etwas günstiger als Benzin — beide bei rund 2 € pro Liter. Größere 4×4-Mietwagen sind oft Diesel; kleine Kleinwagen meist Benziner. Den größeren Unterschied macht der Verbrauch: ein kleiner Benziner verliert gegen den Diesel erst auf langen Strecken mit viel Gepäck.
Technisch fährt die Smyril Line zu den Färöer-Inseln und nach Dänemark, aber Anbieter erlauben das sehr selten — und dann nur mit schriftlicher Genehmigung und Aufpreis. Die meisten Firmen verbieten es schlicht. Wer das wirklich braucht, plant und bestätigt schriftlich Monate vorher.
Nicht versuchen durchzufahren. Such die nächste Schutzstelle — Tankstelle, kleines Dorf, Haltebucht —, stell die Nase in den Wind, schließ die Fenster und warte ab. Stürme sind meist nach ein bis zwei Stunden vorbei. Stell das Auto nie quer zum Wind, und öffne im Freien keine Türen.